Nansen – ein Mann mit Taten und Visionen

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Porträt von Fridtjof Nansen, New York, 1929 © UNHCR Foto

Fridtjof Nansen wurde 1861 in Norwegen geboren und war Wissenschaftler, Polarforscher, Diplomat, Staatsmann und Humanist mit tiefem Mitgefühl für seine Mitmenschen. Nansen wurde ein Pionier auf dem Gebiet der angewandten Wissenschaft mit einem großen Interesse an Zoologie, Meeresbiologie, Ozeanographie, Geologie, Anthropologie und Soziologie.

Als Nansen noch in seinen Zwanzigern war, führte er 1888 die erste Überquerung Grönlands auf Skiern an, was das erste von vielen Entdeckungsabenteuern sein sollte. Seine Suche nach Wissen führte ihn in die Arktis und Antarktis und 1893 machte er sich an Bord der Fram auf eine dreijährige Arktisreise. Als das ungeheuer starke Schiff durch das Eis trieb, machten Nansen und ein Begleiter einen Sprung zum Nordpol und kamen näher als jede andere Person zuvor.

Seine intellektuellen Fähigkeiten waren nicht weniger erstaunlich. Im Alter von 26 Jahren hatte er eine Doktorarbeit über das menschliche Zentralnervensystem abgeschlossen. Nansen wird aber auch weithin für seine Pionierarbeit für Flüchtlinge in Erinnerung gerufen und gelobt.

1920, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, wurde Nansen zum Vorsitzenden der norwegischen Delegation im Genfer Völkerbund ernannt, eine Position, die er bis zu seinem Tod 1930 innehatte. Er wurde bald mit der ersten großen humanitären Aufgabe der Liga beauftragt – der Rückführung von 450.000 Kriegsgefangenen. Dies gelang ihm, indem er die Unterstützung von Regierungen und Freiwilligenagenturen in Anspruch nahm.

Als charismatischer Führer anerkannt, wurde Nansen 1921 von der Liga zum ersten Hochkommissar für Flüchtlinge ernannt. Er übernahm sofort die gewaltige Aufgabe, Hunderttausenden von Flüchtlingen bei der Rückführung zu helfen und ihnen zu helfen, einen rechtlichen Status zu erlangen und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen.

Nansen erkannte, dass eines der Hauptprobleme der Flüchtlinge das Fehlen international anerkannter Ausweispapiere war, was wiederum ihren Asylantrag erschwerte. Die norwegische Regierung führte den sogenannten „Nansen-Pass“ ein, der das erste Rechtsinstrument für den internationalen Schutz von Flüchtlingen war.

Das Internationale Rote Kreuz und eine Reihe von Regierungen baten ihn daraufhin, ein Hilfsprogramm für Millionen von Opfern der russischen Hungersnot von 1921-1922 zu organisieren. Für seine entscheidende Arbeit erhielt Nansen 1922 den Friedensnobelpreis. Das Preisgeld wurde für humanitäre Hilfe in der Ukraine verwendet.

Er war an den Verhandlungen beteiligt, die 1923 zum Vertrag von Lausanne zwischen der griechischen und der türkischen Regierung führten. Später versuchte er, eine Lösung für die Armenienkrise zu finden.

Während seiner Amtszeit als Hochkommissar setzte Nansen einen hohen Standard für das Handeln zugunsten von Flüchtlingen und war ein Vorbild für alle, die sich für humanitäre Zwecke einsetzen.

Nansen setzte sich unermüdlich für Flüchtlinge ein und sah sich neben den Triumphen auch Rückschlägen gegenüber. Er war traurig über die Beweise menschlicher Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden anderer. Er sagte einmal, dass „die Flüchtlinge, die als unerträgliche Belastung angesehen wurden, ein reiches Gut darstellen würden.“ Aber dieser leidenschaftliche Glaube an das Potenzial jedes Mannes und jeder Frau wurde nicht immer geteilt.

Nansen starb 1930 im Alter von 69 Jahren. Das UNHCR richtete 1954 zu seinen Ehren den Nansen Refugee Award ein. Es wird an eine Person oder Gruppe für herausragende Leistungen in der Sache der Flüchtlinge gegeben. Fridtjof Nansen wurde im Jahr 2000 vom norwegischen Volk zum Norweger des Jahrtausends gewählt.

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